Lernraum

Zu den Workshops, in denen die Schüler_innen der Nürtingen-Grundschule und Heinrich-Zille-Grundschule mit Kulturschaffenden die Exponate für die kommende Ausstellung am 15. Februar 2019 erarbeitet haben, ist hier Näheres zu lesen. Bei der Ausstellungskonzeption für die beteiligten Schüler_innen wurde Jacqueline Aslan von Carmen Mörsch (Uni Mainz & ear) beraten, die auch die kuratorische Leitung der kommenden Ausstellung inne hat.

Das Erarbeiten der Ausstellungen in der Remise soll im Laufe der Jahre ein fester Bestandteil der Schul‐ und Unterrichtsentwicklung für die 4./5./6. Klassen werden. Ausstellungen stellen ein eigenes Medium der Wissensproduktion und ‐vermittlung dar. Darin wird das Arbeiten mit Objekten, Bildern, Tönen, Texten, Aktionen, Filmen etc. thematisch verknüpft, entlang einer Frage oder eines Unterrichtsgegenstandes. Ausstellungen sind bewusst hergestellte atmosphärische Räume, welche Geschichten erzählen und unterschiedlichste Sinne und Gefühle ansprechen können.

Warum lernen, wie man Ausstellungen macht? Chancen:

Die Schüler_innen lernen bei der Entwicklung einer Ausstellung verschiedene Methoden der Recherche und Informationsbeschaffung kennen. Neben der Kenntnis der Sachinhalte lernen sie das Einordnen von Inhalten in gesellschaftliche Zusammenhänge und die Diskussion gesellschaftlicher Fragen. Sie lernen, Informationen nicht nur darzustellen sondern zu interpretieren, zu inszenieren und zu veranschaulichen. Sie lernen, dass Informationen auch in Dingen (Objekten) stecken können und dass Dinge Vergegenständlichungen von unserem Handeln und unserer Geschichte sind. Sie lernen, einen bewussten Umgang mit visuellen, akustischen, räumlichen und plastischen Gestaltungsmöglichkeiten zu entwickeln. Sie lernen, in aufeinander aufbauenden Schritten ein Projekt zu planen und zu realisieren. Je nach Ausstellung lernen sie den Umgang mit verschiedenen handwerklichen und technischen Produktionsformen. Bei der Herstellung von Ausstellungen werden zudem die allgemeine Sprach‐ und Lesefähigkeit, das mathematisch‐räumliche Verständnis und die Teamfähigkeit geschult. Die öffentliche Präsentation der Ausstellung ist ein Moment des gemeinsamen Feierns. Es besteht die Möglichkeit, dass die Schüler_innen zu ihrer Ausstellungen Vermittlungsangebote für verschiedene Öffentlichkeiten entwickeln: zum Beispiel Führungen und Workshops für Schüler_innen aus anderen Schulen, für die Nachbarschaft oder für eine Gruppe von Interessierten, die sich aus dem jeweiligen Thema ergibt. Dabei werden die Strukturierungsfähigkeit und die Fähigkeit geschult, sicher aufzutreten und klar zu kommunizieren.

Fazit: Das Lernen im Medium Ausstellung ist für alle Lernbereiche von Interesse – Gesellschaftswissenschaften, Künste, Mathematik, Naturwissenschaften, Sprachen.

Als Material zur Erarbeitung der Ausstellungen stehen in der Remise verschiedene Ressourcen zur Verfügung:

 historische Archivmaterialien (Konferenzprotokolle, historische Lehrmittel, Chronik etc.)
 Gegenstände sowie zahlreiche Bastelmaterialien aus den Kellern der Schule, die im Laufe des Jahres 2019 für die Remise gesichert und zur Verwendung aufbereitet werden
 Digitale Geräte für Recherchen
 Digitale akustische und visuelle Aufnahme‐ und Wiedergabegeräte
 Keramik-Workshop

Nach dem Pilot im Schuljahr 2018/19 sollen auch in Zukunft alle 5. Klassen der Kooperationsschulen (bisher die oben genannten) zum jeweiligen Auftakt ihres Ausstellungsprojekts im Rahmen einer Kooperation mit dem FHXB Museum in einem einwöchigen Workshop lernen, wie man recherchiert, archiviert, Zeitdokumente sammelt und erschließt sowie Ausstellungen macht. Dieses Wissen mündet dann in ein Projekt in der Remise.