Unsere erste Projektphase ist vorbei – begleitet uns weiter ab August!

Am 13.6.2019 haben wir mit den Künstler*innen, Lehrer*innen und Nachbar*innen einen anregenden Ausklang zu unserer ersten Projektphase genossen. Mit unseren Gästen, Ilker Eğilmez (Bilgisaray), Katharina Oguntoye (Joliba Interkulturelles Netzwerk e.V.) und Gio di Sera (Streetunivercity Berlin e.V.) haben wir Beispiele, Anekdoten und weiterhin Strategien ausgetauscht:

Wie kann das diverse Wissen aus verschiedenen Netzwerken einbezogen werden?

Wie können Jugendliche aus dem Kiez zu Träger*innen und Erzähler*innen ihrer eigenen Geschichten werden? Und welche Rolle spielt Die Remise dabei?

Es wurde uns allen Klar – Netzwerken, Zuhören und Zusammenarbeiten sind zentral.

Voller Ideen und Pläne für zukünftige Zusammenkommen geht Die Remise bis August in die Sommerpause. Ab August geht es erstmal los mit künstlerischen Projekten und AGs mit Schüler*innen der Heinrich Zille und Nürtigen Grundschulen. Die Vernissage der zweiten Projektphase findet am 25.10.2019 statt – merkt euch das Datum schon mal vor!

Die Remise – Was ist das?

Angefangen hat alles mit der Sichtung des Archivs der Nürtingen-Grundschule. Auf der Eröffnung der Remise am 15. Februar 2019 (der QM am Mariannenplatz berichtete) präsentierten wir die ersten Ergebnisse, die nur den Anfang für die weitere Aufarbeitung der Schulgeschichte Berlin-Kreuzbergs seit den 1960ern bilden.

>>> Hier der aktuelle Ausstellungsrundgang zum Herunterladen<<<

Wir hoffen, damit einen Diskurs anzustoßen, der den schwerwiegenden institutionellen Rassismus in der deutschen Schulgeschichte thematisiert, der bis heute Kindern und Jugendlichen die Chance auf eine gleichberechtigte Bildung verwehrt, ihnen die Freude am Lernen nimmt und ihnen beibringt, dass sie „anders“ und dadurch „defizitär“ seien. Wir widmen unsere Arbeit auch all denen, die heute nicht über diese Vergangenheit sprechen können, weil sie weh tut, und teilweise selber heute ihre Kinder in diese Schule bringen. Wir wünschen uns, dass die Stimmen aus dem Archiv des Schweigens endlich Gehör finden. Wenn die Remise dadurch für manche zunächst ein Ort des Trauerns wird, dann sehen und respektieren wir das und hoffen, dies entsprechend auffangen zu können.

Auf der anderen Seite freuen wir uns, in der Remise zum ersten Mal eine Ausstellung zu präsentieren, die es so vielleicht noch nie gegeben hat: Kinder und Jugendliche befassten sich über die Historie der Schule mit der Historie der Nachbarschaft, mit großen Kämpfen, aber auch den kleinen Details, die an den Rand der deutschen Geschichte gedrängt wurden. Sie erkundeten Biografien, sponnen um einzelne Personen ganze Geschichten und begaben sich auf diese Weise auf die Reise ihrer eigenen Familienbiografie. In dieser ersten Runde zeigen wir, dass Kinder und Jugendliche nicht nur die Ausstellungsmacher_innen von morgen sind, sondern auch von heute. In der Remise, jenseits alltäglicher Curricula, bestimmen sie selber, welches Wissen wichtig ist und wie es in einem Museum erzählt werden soll. 

Mit der Eröffnung der Remise verfolgen wir eine stärkere Öffnung von der Schule zur Nachbarschaft. Dieser Raum soll nicht nur von Schüler_innen sondern auch von den Nachbar_innen genutzt werden. Zum Kennenlernen stehen unsere Türen jeden Montag zwischen 12 und 18 Uhr für Sie und Euch offen.

Die Remise will für Schüler_innen und ihre Eltern vor allem ein empowernder Raum sein, wenn es um unterschiedliche Diskriminierungserfahrungen geht. Wir möchten mit der Vermittlung in umliegende Anlaufstellen behilflich sein und streben daher die Kooperation mit Initiativen, Beratungsstellen, Migrant_innenselbstorganisationen u. a. an, die die Familien im außerschulischen Kontext unterstützen können.

Genauso freuen wir uns auf Multiplikator_innen aus der Museologie und jene, die wie wir an neuen, kreativen und besonders dekolonialisierenden Formaten künstlerischer Wissensvermittlung (im historischen Kontext) interessiert  sind.

Der Raum ist barrierefrei zugänglich.